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Die vier Himmelsrichtungen

 

Wenn die Lakota beten oder Zeremonien vollziehen, orientieren sie sich an den vier Himmelsrichtungen. Jede Richtung trägt eine eigene Bedeutung, eine eigene Energie, eine eigene Farbe. Es gibt dabei keine einheitliche Festlegung – die Farbzuordnung kann sich von Stamm zu Stamm unterscheiden. Wir folgen der Überlieferung der Familie Lame Deer.

WESTEN – WIYÓȞPEYATA

Im Westen geht die Sonne unter. Der Westen symbolisiert das Ende des Lebens – und zugleich das Wasser. Der mächtige Donnervogel lebt im Westen und sendet Regen aus dieser Richtung. Seen, Bäche, Flüsse – sie alle kommen aus dem Westen. Ohne Wasser kann nichts existieren.

NORDEN – WAZÍYATA

Der Norden bringt die kalten, rauhen Winde des Winters. Diese Winde sind reinigend – sie lassen die Blätter fallen und die Erde zur Ruhe kommen. Wer wie der Büffel mit dem Kopf in den Sturm tritt, hat Geduld und Ausdauer gelernt. Der Norden steht für die Prüfungen des Lebens und die Reinigung, die sie bringen.

OSTEN – WIYÓHIŊYAŊPATA

Im Osten geht die Sonne auf. Das Licht bricht an und hilft uns, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Der Osten steht für Weisheit und Verständnis – für den Beginn eines neuen Tages und eines neuen Verstehens. Traditionelle Lakota stehen morgens auf, wenden sich dem Morgengrauen zu und bitten um Klarheit für den Tag.

SÜDEN – ITÓKAǦATA

Im Süden steht die Sonne am höchsten. Wärme, Wachstum, Leben – alles kommt aus dem Süden. Wenn Menschen in die Geisterwelt übergehen, reisen sie entlang der Milchstraße zurück in den Süden – dorthin, woher sie gekommen sind.

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